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Projekt

Das Projekt OdraOderOdra erzählt die Geschichte einer Landschaft – einer Landschaft, deren Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg innerhalb kürzester Zeit komplett ausgetauscht wurde. Die Polen, die in den Dörfern und Städten der ausgesiedelten sich niederließen, waren ihrerseits meistens Zwangsumgesiedelte aus ehemals ostpolnischen Gebieten, die nun der Sowjetunion zugeschlagen wurden. In dieser Zeit, wurden Millionen von Menschen gezwungen aus ihrer alten in eine ungewisse neue Heimat umzusiedeln. Die nationalistischen Sehnsüchte nach (mono)ethnisch (rein)en Nationen forderten ihre unzähligen Opfer. OdraOderOdra versucht die Ereignisse, die sich damals abgespielt haben, mit einem multiperspektivischen Ansatz von verschiedenen Blickpunkten heraus zu erzählt zu bekommen. Wir haben deutsche, polnische und tschechische Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an ihre alte (oft multiethnische Heimat, an die Aussiedlung und an die neu zugewiesene Heimat befragt. Die meisten von ihnen waren damals Kinder, oder Jugendliche. Oft haben sie Jahrzehnte über diese Erinnerungen nicht geredet. Die Geschichten, die unsere deutschen, polnischen und tschechischen Zeitzeugen erzählten unterscheiden sich natürlich sehr. Es gibt keine Muster, nach denen man sie klassifizieren kann. Genau das ist aber auch der Grundgedanke unseres Projektes. Wir suchten nach dem besonderen, nach den subjektiven Erinnerungen. OdraOderOdra wurde aus dem EU Programm „Aktive Europäische Erinnerung“ finanziert. Bei unseren Recherchen haben uns Kinder und Jugendliche aus Polen, Deutschland und Tschechen begleitet. Eine große Gruppe von Schülern dieser drei Länder traf in mehreren Begegnungsseminaren im ostbrandenburgischen Schloss Trebnitz aufeinander, um sich mit dem Thema der Zwangsumsiedlung intensiver zu beschäftigen, Zeitzeugen zu befragen und sich Gedanken über die Aufbereitung der Interviews für eine Ausstellung zu machen. Gemeinsam reisten wir an der Oder entlang, um uns einige der betroffenen Orte anzuschauen und darüber Zeitzeugen zu befragen. Die Ergebnisse unserer Arbeit sind auf dieser Internetseite versammelt. Wir haben uns auf fünf verschiedene Ausschnitte der Oderlandschaft konzentriert: Vom tschechischen Ostrawa (einst: Mährisch- und Böhmisch Ostrau) aus, fuhren wir durch das oberschlesischen Gebiet um Ratibor über Wrocław (Breslau), Kostrzyn (Küstrin) nach Szczecin/Stettin. Die Interviews werden in Lang-und Kurzfassungen präsentiert. Wir haben kürzere, redigierte und untertitelte Interviewausschnitte zu bestimmten Themen vorbereitet. In einem Archiv/Materialbereich befinden sich die ungeschnittenen Interviewversionen, und ihre Transkriptionen. Dieses Rohmaterial wird nach und nach weiter bearbeitet, untertitelt und thematisch geordnet. Weitere Interviews sollen noch geführt und zugänglich gemacht werden.

Impressum

Odraoderodra ist ein Projekt von Schloss Trebnitz unter der Projektleitung von Christopher Lucht. Es wurde finanziert durch das EU-Programm „Aktive Erinnerung“.

Die Internetseite odraoderodra.eu ist ein Projekt des Vereins Oderläufe e.V. entstand unter der Leitung von Tobias Lenel (v.i.S.d.P) und Ewelina Wanke

Redaktion:
Tobias Lenel
Ewelina Wanke

Mitarbeit:
Robert Dobe (Kamera, Redaktion, Schnitt), Lukas Majka (Kamera, Schnitt, Übersetzung)
Richard Marx (Kamera, Schnitt) Yana Pimont (Kamera, Schnitt)
Übersetzungen: Magdalena Stojer-Brudnicka, Mathias Becker, Ewelina Wanke
Untertitel: Cora Czarnecki, Iwona Janicka, Ewelina Wanke.
Graphik: Dorothee Lenel
Web Developer: Filip Drapejkowski
2014

Oderläufe e.V.
Kuhbrücke 24
15328 Küstriner Vorland
oderlaeufe@oderlaeufe.de